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Forums-Wiki » Freie Körperkultur Inhaltsverzeichnis

Freie Körperkultur wird oft verkürzt zu Freikörperkultur, die Abkürzung ist jeweils FKK. Umgangssprachlich werden oft die Begriffe Nudismus, Exhibitionismus, Naturismus, Nacktheit, Nacktbaden und Freikörperkultur/FKK beliebig vertauscht oder gleichgesetzt. Es gibt aber grundlegende Unterschiede.

Besonders schamgeprägte, körperfeindliche, konservativ-prüde bis gymnophobe Menschen sehen in Nacktheit oft etwas Perverses und äußern sich dann auch entsprechend darüber.

Der Begriff »Freie Körperkultur« wurde als besondere Form von Nacktkultur, bzw. als besondere Form von Körperkultur eingeführt vom Gymnastiklehrer Adolf Koch im Zusammenhang seiner 1923 gebildeten »Elterngruppe für freie Körperkultur«. Vor 1923 taucht der Begriff in historischen Schriften dieser Zeit noch nicht auf - auch wenn man heutzutage überall die Falschaussage lesen kann, dass die "Anfänge der Freikörperkultur" im Ende des 19. Jahrhunderts liegen würden. Korrekt ist, dass die Anfänge der Nacktkultur in diesen Zeitbereich fallen.
Nach 1925 setzte sich der Begriff »Freie Körperkultur«, verkürzt Freikörperkultur, zunehmend durch und wurde bis spätestens zum Ende der Nazizeit für alle Formen von Nacktkultur verwendet.


Entsprechend seines Begründers, Adolf Koch, versteht sich die Freie Körperkultur als eine Anleitung, um über freudige Bewegung körperliche Fehlentwicklungen auszugleichen, Körper und Psyche zu stärken aber auch politisch, soziologisch und sexuell aufzuklären.



Die FKK - bzw. die Verwendung des Begriffs - lässt sich historisch in vier Abschnitte unterteilen:



FKK 1.0: 1923 bis 1933
:
Die ursprüngliche, nach Ideen und Grundsätzen von Adolf Koch: "Die sachlichen Begründungen für eine planmäßige, natürliche Körperkultur sind heute allgemein anerkannt.
 Kaltes und warmes Duschen, Körperpflege durch Hautbürsten, natürliche und Höhensonnen-Bestrahlung, Gymnastik, Leichtathletik, Schwimmen, ärztliche Ratschläge aufgrund persönlicher Gesundheitsbogen für die gesamte Lebensweise, die in unserer 'Schule' durch Massagen, Lichtbäder, Einzelgymnastik und psychologische Sprechstunden ergänzt wird." (Adolf Koch: Körperkultur und Erziehung, Weiss Verlag, Berlin, 1950, S. 111)
"

„Die Zeit vor 1933 machte es notwendig, das Streben um eine natürliche Körperauffassung nach außen hin zu betonen. Besondere Kennzeichnung (Nacktkultur, Frei-Körperkultur, Lichtbewegung) sollten die Zielstellung dem Außenstehenden von vornherein anzeigen.
Wir stehen heute auf dem Standpunkt, daß jede Tätigkeit mit dem Leib auch die Nacktheit als selbstverständliche Voraussetzung in sich trägt. Wir können auf alle schmückenden Hinweise verzichten. Wenn wir vom Körper schlechthin reden, meinen wir nicht den verbildeten, korsettgeschmückten, uniformierten Leib. Wir reden im sonstigen Sprachgebrauch nicht von einem 'weißen Schimmel' oder von einem 'alten Greis'! Körperkultur ist Arbeit am Körper aufgrund der natürlichen Gegebenheiten. Sie ist selbstverständlich. Eine neue Begriffsbildung oder Bezeichnung brauchen wir nicht." (Adolf Koch: Körperkultur und Erziehung, Weiss Verlag, Berlin, 1950, S. 130 f.)

„100.000 Menschen waren Ende der 20er-Jahre in der FKK-Bewegung organisiert. Die meisten von ihnen – gut 60.000 – gehörten zur sozialistischen Arbeiterbewegung. Kopf der linken Nackten, die sich im „Bund Freier Menschen“ zusammenschlossen, war Adolf Koch.“ (Claudia Becker: Nackt in den Klassenkampf. Auf Welt.de, 04.08.2013, https://www.welt.de/print/wams/vermischtes/article118671475/Nackt-in-den-Klassenkampf.html)

FKK 2.0: 1933 bis 1945:

Die gleichgeschaltete FKK: Für Zuchtauswahl und starke Körper im Rassenwahn der Nazis.



FKK 3.0: ab 1945:

Das Buch "Körperkultur und Erziehung" war der letzte Versuch von Adolf Koch, an die Erfolge der Zeit vor Hitlerdeutschland anzuknüpfen. Geplant war das Buch als Beginn einer Buchserie, die aber nicht mehr zustande kam. Koch's revolutionäre Ideen passten nicht in die prüde Adenauerzeit und wurden durch zu viele Gegner und feindselige Aktivitäten zerrieben: Die Zeit ab nach dem 2. Weltkrieg bis heute ist davon gekennzeichnet, dass der Begriff beliebig interpretiert wird, ohne hervorgehobener gesundheitlicher Bedeutung, von passiver nackter Erholung, über etwas Sport, bis hin zu wenig oder ausschließlich Erotik und Sex im privaten wie auch kommerziellen Bereich; aber auch einfach als Synonym für nackt. Es ist keinerlei Bezug mehr zu Körperkultur erkennbar.



FKK 4.0: seit 2006
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Eine seit 2006 bestehende Initiative zur Reaktivierung der echten, ursprünglichen FKK, bei gleichzeitiger Anpassung an heutige Möglichkeiten und Bedürfnisse: Für Gesundheit und Lebensfreude, die liberale Rechtsprechung ausnutzend (durch Kompromisse und Rücksichtnahme unterhalb der Ordnungswidrigkeit bleibend), modernes Schuhwerk und Schutzkleidung gegen Nässe und Kälte, Einsatz aktueller Möglichkeiten zu Dehn- und Faszienübungen, statt Gymnastik.
Ein spezielles Lauf- und Gehkonzept gegen bedeutende gesundheitliche Defizite wie Bewegungsmangel, Bewegungseinschränkungen, mangelnde Körperwahrnehmung, mangelnde Vitamin-D- und Tageslichtversorgung, mangelnder psychischer Ausgleich durch zu wenig reizreduzierten Aufenthalt in der Natur. (www.lauflehrer.de)




Personen, die den Begriff FKK/»Anhänger der Freikörperkultur« für sich verwenden, kann man unterteilen in:

Menschen, die unter Zuhilfenahme von Nacktheit gezielt entsprechender Philosophien und Lehrmeinungen eine Optimierung körperlicher und psychischer Gesundheit, Lebensfreude, gesundheitliche und sexuelle Aufklärung, soziales Engagement und politische Einflussnahme anstreben (echte FKK),

Menschen, die in nacktem Aufenthalt in der Natur bewusst Lebensfreude und passive Erholung suchen (passive FKK),

Menschen, die ein unerfülltes Sexualleben mit Nacktheit kompensieren wollen (Schein-FKK),

Menschen, die ein übersteigertes bis krankes Triebverhalten mit dem Begriff rechtfertigen wollen (Schein-FKK).





Zum Thema »Begriff FKK« siehe (höre) auch: Podcast von Marco Fredrich vom 13.2.26 (Folge 7), Thema: Begriff FKK

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