Nacktkultur ist im Gegensatz zu einfacher, natürlicher Nacktheit eine an Regeln gebundene, kultivierte Nacktheit.
Die Anfänge gehen zurück bis Mitte des 19. Jahrhunderts und sind im Zusammenhang mit der Lebensreformbewegung in Deutschland zu sehen. Es waren vor allem gesundheitliche aber auch rassistische, völkische und hedonistische Überlegungen und Strömungen, die darin ihren Ausdruck fanden.
Der Begriff Nacktkultur wurde erstmals durch den Sachse, Dr. phil Heinrich Pudor im Buch Nackt-Kultur von 1906 geprägt.
„100.000 Menschen waren Ende der 20er-Jahre in der FKK-Bewegung organisiert. Die meisten von ihnen – gut 60.000 – gehörten zur sozialistischen Arbeiterbewegung. Kopf der linken Nackten, die sich im „Bund Freier Menschen“ zusammenschlossen, war Adolf Koch.“ (Claudia Becker: Nackt in den Klassenkampf. Auf Welt.de, 04.08.2013, https://www.welt.de/print/wams/vermischtes/article118671475/Nackt-in-den-Klassenkampf.html) [Die Autorin meint mit "FKK-Bewegung" die Nacktkultur-Bewegung, Anmerkung von mir]
„Andere Formen der Nacktkultur in der Weimarer Zeit, insbesondere nach
Richard Ungewitter und Hans Surén, zeichneten sich im Gegensatz zur pädagogisch-gymnastischen Ausrichtung von Adolf Koch durch eine starke völkisch-nationale, rassistische und rassenhygienische Ideologie aus. Diese Strömungen nutzten die Nacktheit, um ein "nordisches" Schönheitsideal und "körperliche Ertüchtigung" zur Wehrhaftigkeit zu propagieren.
• Richard Ungewitter: Gilt als einer der ersten Organisatoren, der die FKK mit völkisch-nationalen Ideen verband, um den ‚deutschen Körper‘ zu stählen.
• Hans Surén: Fokussierte sich auf die Reform der Leibesübungen (Gymnastik), die stark von militärischem Geist und Körperkultur geprägt war. Er popularisierte ein ‚Gymnastiksystem‘, das die Gesundheit des Körpers in den Dienst der Nation stellte und in den 1920er/30er Jahren sehr populär war.
• Merkmale: Es ging oft um eine ‚Zucht von Sportkanonen‘, wobei Körperlichkeit zur Inszenierung von ‚Kraft und Schönheit‘ genutzt wurde. Dabei wurden rassistische Theorien in die FKK-Bewegung integriert.
Diese Ausprägungen unterschieden sich von der eher lebensreformerischen oder rein gesundheitlichen FKK durch den ideologischen Überbau einer ‚nordischen‘ Elite.“
(Google KI, Google meint mit "FKK" Nacktkultur, Anmerkung von mir)
Besonders schamgeprägte, körperfeindliche, konservativ-prüde bis gymnophobe Menschen sehen in Nacktheit oft etwas Perverses und äußern sich dann auch entsprechend darüber.