Deutschland ist ein Vitamin-D-Mangel-Gebiet. Es gibt die Mär - auch unter Ärzten -, dass eine viertel Stunde Unterarme und Gesicht in die Sonne halten ausreichend Vitamin D produzieren würde. Dies ist schon deshalb Unsinn, weil es ja ganz stark vom Sonnenstand abhängt - der in dieser "Formel" überhaupt nicht berücksichtigt wird. Es mag wohl sein, dass zur Sommersonnenwende Mittag eine viertel Stunde volle Sonne ausreichend Vitamin D für einen oder mehrere Tage erzeugt, nur ist leider nicht das ganze Jahr Sommersonnenwende, nicht den ganzen Tag Mittag und nicht immer volle Sonne.
Auch das Märchen, über die Wintermonate stehe die Sonne zu tief, um überhaupt Vitamin D zu erzeugen, kann ich widerlegen, da ich unter ärztlicher Kontrolle im November und Februar auf Vitamin D getestet wurde. Der Wert hat sich - ohne dass ich fetten Fisch oder gar Vitamin-D-Präparate zu mir genommen habe, nur geringfügig verringert (von 30 auf 28 mg/L), also wurde offensichtlich über die Haut Vitamin D gebildet.
Allerdings ist der typische Geruch durch Sonneneinwirkung auf die Haut (den ich bis eine Woche Abstand zur Wintersonnenwende feststellen konnte) kein Beleg für Vitamin-D-Bildung, da der Geruch durch UV-A-Strahlung entsteht, für die Bildung von Vitamin D ist jedoch UV-B-Strahlung nötig.
Die Haut kann nicht unbegrenzt Vitamin-D bilden. Ab einer Menge von rund 60 mg/L 25-OHD ist sie gesättigt. Ohne Sonnenlicht wird mit einer Halbwertzeit von zirka einem Monat Vitamin D abgebaut. Man ist also selbst von einem guten Wert von 50 mg/L innerhalb eines Monats ohne nennenswert Sonne bereits wieder in einem nicht mehr optimalen Bereich von 25 mg/L. Es funktioniert deshalb nicht, sich im Sommer kräftig zu sonnen, um über den Winter zu kommen. Gerade im Herbst und Winter ist es wichtig, möglichst täglich für längere Zeit mit viel Haut in der Sonne zu sein.
Mit keiner anderen Sportart erhält man ganzjährig so ausgeglichen ausreichend Vitamin D wie mit Paradieslaufen.
Und dazu kommt außerdem - das wohl nur echte FKKler kennende - Freiheitsgefühl, dass sich mit jedem Quadratzentimeter weniger Stoff am Körper erhöht.